Barrierefrei. Nachhaltig. Zeitlos: In einem Ortsteil einer oberpfälzischen Kreisstadt wurde ein bestehendes Wohnhaus zu einem zeitgemäßen Zuhause weiterentwickelt. Ausgangspunkt des Entwurfs war der Wunsch nach einer barrierefrei gestalteten Erdgeschossebene, die auf eine langfristige, selbstbestimmte Nutzung ausgerichtet ist. Die vorhandene Bausubstanz wurde als wertvolle Ressource verstanden und gemeinsam mit der bestehenden Gebäudestruktur sowie der Einbindung in das gewachsene Ortsbild behutsam weiterentwickelt. So entstand ein Wohnhaus mit hoher Aufenthaltsqualität, Komfort und einer zeitlosen Wohnatmosphäre.
Eine klare Material- und Farbpalette mit dunklen Dach- und Fassadenelementen prägt das ruhige Erscheinung des Wohngebäudes. Das geschwungene Treppengeländer aus anthrazitfarbenem Stahl markiert den Haupteingang. Die filigrane, handgefertigte Metallskulptur verleiht in Verbindung mit einer dezentene Hinterleuchtung die unverwechselbare Adresse. Auf der Gartenseite öffnet sich das Wohnhaus der Natur. Großformatige Schiebeelemente verbinden Innen- und Außenraum schwellenlos. Die überdachte Terrasse dient als geschütztes Refugium mit weiten Blicken in die Natur. Wände mit vertikal gesetzten dunklen Holzlamellen, teils maßgefertigtes Mobiliar und die integrierte Beleuchtung sorgen dort für hohe Aufenthaltsqualiät bis in die späten Abendstunden hinein.
Die Innenarchitektur setzt auf offene tageslichthelle Räume mit einer klaren Struktur von offenen Wohnbereichen und privaten Rückzugsräumen. Alle wesentlichen Wohnfunktionen sind auf einer barrierefrei gestalteten Ebene zusammengeführt und schaffen die Grundlage für eine langfristig komfortable und selbstständige Nutzung. Weiße Wand- und Deckenflächen, eine zurückhaltend gestaltete Küche in Hellgrau und ein heller Holzboden schaffen eine ruhige, lichte Atmosphäre. Großzügige Verglasungen und weite Sichtachsen lassen die Räume fließen und sorgen für das offene Raumgefühl. Das Lichtkonzept ist wesentlicher Bestandteil der Architektur und Innenarchitektur. Indirekte Beleuchtung, präzise gesetzte Einbaustrahler und ausgewählte Pendelleuchten gliedern die Räume, betonen Materialien und schaffen je nach Nutzung unterschiedliche Stimmungen. Die neu gestalteten Bäder greifen die reduzierte Formensprache mit hellen Oberflächen und einer klaren Materialität auf.
Der bewusste Erhalt der vorhandenen Bausubstanz leistet einen wesentlichen Beitrag zum ressourcenschonenden Bauen und ergänzt die energetische Erneuerung von Gebäudehülle und Haustechnik. Die neue Elektroinstallation sowie die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechnik bilden die Grundlage für einen energieeffizienten und komfortablen Gebäudebetrieb.
Das Projekt steht beispielhaft für eine Umbaukultur, die Bestandserhalt, Barrierefreiheit und (innen-)architektonische Qualität miteinander verbindet. So entstand ein Wohnhaus, das barrierefreies Wohnen auf einer Ebene, hohe gestalterische Qualität, energetische Zukunftsfähigkeit und eine enge Verbindung von Innen- und Außenraum zu einem stimmigen Ganzen vereint.
| Bauherr: | privat |
| Fertigstellung: | 2025 |
| Fotos: | Petra Kellner |
| Architektur + Innenarchitektur: | Berschneider + Berschneider mit Gudrun Berschneider |